Wenn Seiten lahmen

Wenn sich Internetseiten langsam aufbauen, ist der Schuldige vermeindlich schnell gefunden: die Internetverbindung. Wenn aber trotz flottem DSL der Seitenaufbau lahmt, sucht man die Schuld oft auf der Gegenseite: dem Server. Diese beiden Schuldvermutungen klingen plausibel und sind in sofern angenehm, als dass man selbst nicht der Schuldige ist.

Dass beim Surfen durch das Internet aber viele Komponenten beteiligt sind, die auf das Geschwindigkeitserleben Einfluss haben, wird dabei oft vernachlässigt. Speziell der verwendete Internetbrowser verschlingt immer mehr Systemressourcen, da an ihn immer größere technische Anforderungen gestellt werden. Neben immer üppigeren Grafiken kosten auch CSS und JavaScript-Komponenten zusätzliche Rechenleistung, die sich in einer längeren Renderzeit niederschlägt. Speziell die zusätzliche Rechenzeit für JavaScript wird immer beträchtlicher, da diese Programmiersprache dank Web 2.0-Architekturen und AJAX(-Frameworks) in immer mehr Internetanwendungen implementiert wird.

Im Browsermarkt sorgt seit kurzem Apples Safari für einen Turbo. Der Mac-Browser, der auch für Windows kostenlos verfügbar ist, zeigt sich im Seitenaufbau deutlich zügiger als die gesamte Konkurrenz. Laut Benchmarks ist Safari 1,9x schneller als Microsofts Internet Explorer und auch 1,7x schneller als Firefox. Benchmarks hin oder her. Ich habe es ausprobiert und Safari zeigt sich insgesamt sehr flink. Besonders bei komplexen und technisch aufwändigen Seiten hängt Safari alles ab, was ich kenne.

Um von einem flotteren Browser zu profitieren müssen jedoch auch die Internetseiten entsprechend programmiert sein, denn die verschiedenen Browser verarbeiten Internetseiten nicht absolut gleich. Vor einigen Monaten hatte ich in ein Internet-Anwendung Einsicht, welche einzig und allein den Internet Explorer als möglichen Browser vorsah, diesen mit mächtig viel JavaScript beschickte und das Anwendungsgefühl sehr träge machte. Als vergeblicher Ausweg wurde der Server nachgerüstet, was erwartungsgemäß keine nennenswerte Beschleunigung brachte. Schade, dass der Hersteller dieser Software nicht flexibler programmierte. Ein einfacher Umstieg auf einen flinkeren Browser hätte damit nicht nur mehr Spaß bereitet, sondern auch die zusätzlichen Investitionen in neue Serverhardware vermieden.

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