Kategorie: Allgemein

  • Emmas Glück

    Uneingeschränkte Kinoempfehlung:
    Emmas Glück
    mit Jürgen Vogel und Jördis Triebel

    Viel gelacht, fast geweint. – Euthanasie kann so schön sein, wenn die tötende erlösende Hand von Liebe geführt wird. Dieser Film hat Stephie und mich be- und gerührt. Und mit uns die sehr gemischten Mitseher von 16 bis 60 im Apollo, das guterweise auf jegliche(!) Werbung vorab verzichtet hat und direkt zum Punkt gekommen ist.

    Ich möchte den Inhalt des Films nicht vorwegenehmen und die Spannung für jene lassen, die ihn noch schauen wollen. Einen Witz aus dem Film mag ich jedoch zitieren:
    Eine große dicke und eine kleine dicke Bäuerin gehen nach Hause und wollen den Weg über die nicht ganz ungefährliche Bullenweide abkürzen. Nach einer Weile bemerkt der Bulle die beiden, scharrt mit den Hufen und rennt los. Die kleine dicke nimmt die Beine in die Hand und rennt um ihr Leben. Sie ruft der Großen zu „Warum läufst Du nicht? Der Bulle kommt!“ – Die Große: „Lieber bekomme ich ein Kälbchen, als einen Herzinfarkt.“
    Und im Schmunzeln ob dieses Witzes streicht die Klinge durch Max‘ Hals und er verblutet bei wachem Verstand an der Stelle im Garten, wo sonst die Schweine ihr Leben lassen. 10-9-8-7-6-5-4-3-2-1.

    „Na siehst Du. Tat doch gar nicht so weh.“

  • Glück muss der Mensch haben

    Eigentlich wollte ich den heutigen Flohmarkt blöd finden. Er hat den Namen „Flohmarkt“ eigentlich nicht mehr verdient. Es war eher ein wandernder Wochenmarkt, auf dem 95% professionelle Verkäufer Neuwaren angeboten haben.

    Kurz, bevor wir schon wieder nach Hause wollten, entdeckte ich bei einem recht heruntergekommenen Verkäufer auf dem Boden ein schwarzes Radio (TS505) von Brionvega. Wer sich ein bißchen damit auskennt weiß, dass so ein Radio als Sammlerstück gut und gerne mal 300 €, ein Nagelneues ca. 250 € kostet.

    Der Verkäufer wusste dies offensichtlich nicht und hat es mir zuerst für 5, nachdem es aber nicht spontan lief, sogar für nur 3 € angeboten. – Nun steht es bei mir auf dem Sideboard und versprüht den Charme der 60er Jahre. Glück muss der Mensch haben! 😉

  • Kürzliche Lehren

    Sobald bei mir das lebenslange Lernen aufhört, möge bitte ein geladener Revolver zur Hand sein. Denn dann wird es langweilig. Und mit Langeweile ist nicht gut Kirschen essen.

    In den vergangenen Tagen hatte das Leben zum Glück noch hilfreiche Lehrstücke zu folgenden Themen für mich:

    • In seine eigene Wohnung einbrechen ist schwerer als erwartet.
    • Besuch von alten Freunden aus der Heimat kann etwas sehr tolles sein.
    • Schwangere thailändische Au-Pair-Mädchen heiratet man als Deutscher am unkompliziertesten in Dänemarkt. Aus Liebe und aus Versicherungsgründen.
    • Sogar eine hochentwickelte Industrienation wie Deutschland schafft es, eine Wasserknappheit beim Discounter zu entwickeln.
    • Schlimmer als Wasserknappheit ist Speiseeisknappheit. Zumindest bei DEM Wetter.
    • Der Auf-die-Schnauze-Fall-Faktor bei den ersten persönlichen Kontakten mit Klickpedalfahrradschuhen wird zwar nicht unterschätzt, ist nun aber für mich deutlich nachvollziehbarer.
    • Cineastisch: Flirtige Treffen als ü30er Fotograf mit vierzehnjährigen Mädchen kann unerwartet erst zu appen Hoden und dann zum Tode führen. (Hard Candy)
    • Bei Heimweh hilft Rosinenstuten mit Gouda.
    • Es ist keine gute Idee, sich in beste Freunde/Freundinnen zu verlieben. Vermeidbar ist es jedoch auch nicht.
  • Sei Du selbst.

    „Ach Uwe!“ seufzt Melanie, als die beiden abends gemeinsam im Bett liegen und noch ein wenig Unterhaltungsliteratur schmökern. „Ich liebe Dich so, wie Du bist.“ – „Oh vielen Dank. Ich liebe Dich auch, mein Schatz.“ erwiedert Uwe, der etwas verlegen von seinem Eifel-Krimi aufschaut. „Ich würde dich aber noch mehr lieben, wenn du endlich damit anfangen würdest etwas mehr so zu sein, wie ich mir das eigentlich vorstelle. Kannst du nicht ab und an etwas weniger du sein?“

    „Melanie! Wenn ich weniger ich, dafür aber mehr du wäre, dann hätten wir zwei du und kein ich mehr und damit ein wir weniger. Willst Du das eintauschen?“

  • Tschechische Zungenbrecher

    Nachdem ich die Welt schon mit einer Sammlung tschechischer Sprichwörter bereichert habe, möchte ich nun noch tschechische Zungenbrecher ergänzen. Deutsche Zungenbrecher stellen ja schon für deutsche Muttersprachler ein Problem dar, tschechische Sprichwörter werden aber dank der Laute, die es im Deutschen einfach nicht gibt (z.B. das r mit Haken), zu einer Konzentrationsübung 😉 Die Satzaussagen sind wie auch bei anderssprachigen Zungenbrechern eher nachrangig…

    Allen Voran mein Liebslingssatz, der gänzlich ohne Vokale auskommt:

    Strč prst skrz krk.

    (Steck den Finger in den Hals.)

    „Fischers Fritze“ auf Tschechisch:

    Petr Fletr pletl svetr. Pletl Petr Fletr svetr? Svetr pletl Petr Fletr.

    (Peter Fleter strickte einen Pulli. Strickte Peter Fleter einen Pulli? Einen Pulli strickte Peter Fleter.)

    Noch einen passenden zur Sommerzeit:

    Zalyžařivšísi lyžař potkal nezalyžařivšísi lyžařku.

    (Ein Skifahren gewesener Skifahrer traf eine nicht Skifahren gewesene Skifahrerin.)

    Wer kennt noch andere Zungenbrecher? Dann bitte mit deutscher Übersetzung ergänzen! 😉

  • Inselmensch

    In About a Boy bezeichnet sich Hugh Grant als Insel. Genaugenommen als Ibiza.

    Ich glaube, dass ich auch eine Insel bin. Naja. Eine Halbinsel vielleicht. Nur welche Insel wäre ich dann?

  • Gedanken zum Wochenende

    Seit gestern wissen wir, dass Klinsmann doch nicht so ein Vollidiot ist, wie es die Bild-Zeitung so lange erscheinen lassen wollte. Deutschland ist wieder eine Runde weiter bei der Fußball-Olympiade. Fußball mit eszett. So wie die Schnitten. Nicht so wie die WM. Wem ists aufgefallen? Die WM schreibt sich mit Doppel-S. Warum? Weil die FIFA nicht in Deutschland, sondern in der Schweiz sitzt. Und die Schweiz hat die Ligatur ß abgeschafft und durchgehend durch ein ss ersetzt.

    Total Irre: Heute kam mein Deutschland-Trikot per Post. Genaugenommen kam es WIEDER per Post. Aber die erste Lieferung musste durfte ich an die hübsche Stephie verschenken, weil mir – egal wie ich den Bauch auch einzog – die Konfektionsgröße XS nicht passt. Nun können Stephie und ich uns freuen und beim nächsten Deutschland-Spiel gute Fans sein.

    Diese Woche gelernt: Es gibt nicht nur eine Zeit. Es gibt „unsere“, die Chronoszeit. Benannt nach so einem Burschen, der damals mit Zeus und Konsorten auf dem Olymp rumgehangen hat. Der hatte aber noch einen Kumpel, der irgendwie in Vergessenheit geraten ist. Der hieß Kairos und war der jüngste Sohn von Zeus. Und dieser Kairos hatte auch eine Art von Zeit, die man aber nicht auf einer Uhr ablesen konnte, also nicht quantifizierbar war. Sein Zeitbegriff war mit Güte, mit Qualität verbunden. Kairos und Kronos sind also bezogen auf Zeit Begriffe für Qualität und Quantität. Wer wusste das? – Ich bisher noch nicht!

    Jazzmäßig neu entdeckt: Lalo Schifrin und Sergio Mendes. Altes, aber geiles Zeug!

  • Das Pfandsystem in der Servicewüste

    Heute war wieder einer dieser Tage, an denen etwas passiert, was meine Hartnäckigkeit herausfordert.

    Beim Versuch ein paar Einwegpfandflaschen in meinem nächstgelegenen Discounter Lidl loszuwerden, probierte ich das erste Mal den frisch aufgestellten Pfandautomaten aus. Von ca. 15 Flaschen spuckte er mir eine zurück. Die Flasche war völlig in Ordnung und auch definitiv von Lidl. Es war nämlich eine Flasche Bergadler Premiumpils im 0,5l-Glas-Gebinde. Vollständig entleert, das Glas vollkommen intakt. Aber: das Rückenetikett, auf dem der einzige EAN-Barcode der Flasche aufgebracht ist, war vom Trinker der Flasche angeknibbelt worden, weswegen der Barcode nicht mehr gelesen werden konnte. (mehr …)

  • Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad

    Wer mich länger kennt, kennt bestimmt auch die Geschichten mit und von meinem Opa, der mittlerweile 91 Jahre alt ist und seit ich denken kann Mercedes fährt.
    Mit 86 kaufte er sich noch den letzten. Einen Mercedes Sport Edition. Tiefergelegt, getönte Scheiben, Sportsitze.

    Mercedes CLK 240
    Vor einiger Zeit sagte er mir doch, dass er in seinem Leben bestimmt kein neues Auto kaufen würde, schließlich wäre er dafür nun zu alt. Jüngst erreichte mich aber folgende Nachricht:
    Opa hat seinen „alten“ Mercedes verkauft und sich einen silbernen Mercedes CLK 240 Coupé gekauft. Mit 91 Jahren. Wann wird dieser Mann endlich erwachsen?

  • Distale Katharsis

    Vor einem Jahr zog ich aus der Innenstadt in eine ruhige Wohnstraße. In innenstadtnähe zwar, aber weit genug entfernt, um die Alltäglichkeiten der Innenstadt nicht mehr für mich alltäglich sein zu lassen.
    Offensichtlich habe ich es verlernt, Innenstädter zu sein. Nun ist es jedesmal ein kleines Abenteuer durch die Stadt zu bummeln. Verlernt ist wohl das falsche Wort. Offensichtlich hat nach einem Jahr homöopathischer Citydosierung eine Art mentale Reinigung eingestellt. Nun nehme ich irgendwie intensiver wahr, was und vor allem wer dort ist.

    Schön, dass es neben einer Menge Belanglosigkeiten, Langweilern und Vollassis auch Menschen gibt, die strahlen und ausstrahlen.

    Beim Kauf von drei Flaschen Pustefix stand ein netter Vater mit seinem kleinen Sohn vor mir an der Kasse. Der Sohn hatte einen Lutscher in der Hand und die Hoffnung auf den Kauf durch den Vater im Kopf. Ganz fest im Kopf. Der Vater war allerdings anderer Meinung und versuchte den Sohnemann durch nachvollziehbare Argumente auf Süßigkeiten zu verweisen, die es wohl noch Zuhause gibt. Er war aber offensichtlich nicht der Wortgewandtheit des kleinen Mannes gewahr, der so gute Argumentationsketten aufbaute, dass der Vater ins Stammeln geriet. 😉 Dennoch blieb er standhaft und kaufte den Lutscher nicht. Selbst die unheimlich nett lächelnde Kassiererin, die den Racker mit Hilfe eines Luftballons zu bestechen versuchte, konnte ein rotes Anlaufen, Heulen und Schreien nicht verhindern. Eine filmreife Szene. – Und danach hatte ich direkt bessere Laune. Toll!

    Ich sollte öfter Pustefix kaufen!
    Oder netten Vätern mit kleinen netten Jungs zuschauen.
    Oder der Kassiererin beim Lächeln.