Autor: joergalbrecht

  • Jenseits von Disney: Persepolis

    Kinofilm: Persepolis

    Gestern war ich im urigen Kleinkino „Souterrain“ in Düsseldorf im neuen Kinofilm „Persepolis„. Ich war begeistert und bewegt! Ein absolut toller Animationsfilm.

  • Wartende Kunden

    Früher, als ich noch klein war, ging ich gerne zur Post. Da saß ein Mann mit einer dicken Brille hinter dem Schalter und kannte meinen Namen. Es gab – wenn überhaupt – nur kurze Warteschlangen. Der nette Mann hatte alles, was ich früher brauchte. Sogar schöne Briefmarken zum Briefe verschicken oder sammeln. Und er war auch nicht böse, wenn ich mit meinem Sparschwein kam, in dem fast nur rotes und grünes Münzgeld drin war, um es auf mein Postsparkonto einzuzahlen.

    Heute hatte ich die A730. Die A-Karte, sozusagen. So wie geschätzte 729 andere Menschen heute schon vor mir. Diese Karte bekomme ich nun, wenn ich zur Post gehe. Hups, Falsch! Richtig muss es heißen: Postbank Finanzcenter, denn der Wind hat sich gedreht. Früher zahle man bei der Post Geld auf sein Konto ein, heute kann man bei der Postbank Briefmarken kaufen*. Bis vor einiger Zeit traute die Post(bank?) den Kunden noch zu, selber Warteschlangen zu bilden, heute muss man an einem Automaten eine Nummer ziehen, die dann in naher Zukunft zusammen mit einer Schalternummer auf einem Bildschirm erscheint. Übrigens wird den Kunden nicht nur die Fähigkeit abgesprochen, Schlangen zu bilden, sondern auch die Fähigkeit, Nümmerchen an einem Automaten zu ziehen, der nur über einen einzigen Knopf verfügt: Neben dem Automaten stand eine Mitarbeiterin, die den Knopf bediente.

    Auf dem Nummernzettel ist neben der Wartenummer und umseitiger Werbung auch Datum, Uhrzeit und die Anzahl aktuell wartender Kunden vermerkt: 52, als ich den Zettel zog. Eine Zahl ist erst einmal nur eine Zahl, aber mangels Schlangenbildung und fehlender Sitzgelegenheiten verteilten sich die Wartenden recht homogen im gesamten freien Bereich der Postbank-Filiale. Dank Proxemik zwischen fremden Menschen kann man sich rasch ausmalen, wieviel Platz 52 Menschen einnehmen. Richtig. Der Raum war quasi voll. Das ist das Gute an Warteschlangen: Sie sind platzökonomisch, weil man sich daran gewöhnt hat, in Warteschlangen relativ eng zu stehen, oder im Wartezimmer eines Arztes relativ eng zu sitzen, wogegen man ansonsten eine adäquate Entfernung zu anderen Wartenden pflegt.

    Und jetzt kommt die große Überraschung: Während ich also zusammen mit den anderen 52 Menschen wartete, verschloss ein Mitarbeiter mit Glastürelementen den Eingangsbereich und fungierte anschließend als Türsteher. Man muss nicht Lassi heißen, um an dieser Stelle bemerkt zu haben, dass sich bei über vier Duzend wartenden Kunden zwei Mitarbeiter (von ca. zehn) damit beschäftigen, keine Kunden mehr reinzulassen bzw. Wartemärkchen zu verteilen.

    Liebe Post(bank), ich fasse mich mit meiner Meinung über Deine Kundenorientierung kurz. Ich glaube, du hast Dich vergaloppiert.

     

    *Apropos kaufen: nun heißt es nicht mehr Post, sondern Postbank, aber nun gibt es auch wieder Angebote von T-Com (oder heißt es wieder Telekom) zu kaufen. Und Öko-Strom auch. Und Glücksspiele von Faber. Und Kaffeeprodukte für die Wartenden und… Ja spinnen die denn? Ich habe mich ja gut dran gewöhnt, dass es in dem Laden, wo man ab und an Fahrräder oder Laptops kaufen kann, auch ganzjährig Kaffee bekommt, aber muss ich denn in der Postbank auch Glücksspiele kaufen können?

  • Keinohrhasen

    Keinohrhasen – der neue Film von und mit Til Schweiger überzeugt. Als Liebeskomödie ohne besonderem Firlefanz zwar, aber mit viel charmanten und vielen lustigen Stellen.

    Das besondere Highlight in dem Film ist jedoch ohne wenn und aber die bezaubernde Nora Tschirner, die auch mit der hässlichsten Brille noch eine wunderbare Frau ist. Schön, dass sie im Film soviel Raum einnimmt.

    Schade: Jürgen Vogel kommt viel zu wenig vor.

  • Möglichst Frohes Fest!

    Liebe Leute,

    ich ahne nun, warum das „Fest der Liebe“ in die Fünfte Jahreszeit fällt: Manchmal geht es närrisch zu in der Liebe. Oder was meint Ihr?

    In wenigen Stunden werde ich mich über die Feiertage verabschieden und wünsche Euch viel Spaß, besinnliche Stunden und ein leckeres Weihnachtsessen.

    Viele Grüße aus Aachen/Kempen
    Jörg

  • Neues im Orbit

    Das Handy-Allround-Talent O2 xda orbit wurde zunächst mit Windows Mobile 5 ausgeliefert. Smartphones gemein ist, dass Updates des Betriebssystems nicht so einfach vorzunehmen sind. Einerseits, weil es Windows Mobile nicht einzeln zu kaufen gibt, andererseits, weil ein Update nicht so „leicht“ von statten geht, wie bei einem normalen Computer.

    Heimlich, still und leise bietet O2 nun ein Update des Betriebssystems von Version 5 auf Windows Mobile 6 zum Download an. Bevor der Download losgeht, muss man erst noch die Seriennummer des xda eingeben. Diese Nummer findet man auf der Geräterückseite unter dem Akku, den man somit erst einmal herausnehmen muss.

    Nach dem Download wird das neue Windows Mobile – das „Vista“ für’s Handy – per Active Sync in den orbit transportiert. Jedoch vorsicht: durch das Update sind alle persönlichen Daten auf dem Gerät erst einmal futsch. Also: vorher sichern, dann updaten!

    Viel Spaß damit!

  • Störende Schönheit

    In schönen Städten zu wohnen ist schöner, als in hässlichen Städten zu wohnen. Ich wohne in Aachen. Aachen ist schön.

    Herrlich ist es, an lauen Sommertagen auf dem Marktplatz zu sitzen und sich an den geschmackvoll renovierten Gebäuden ringsum zu erfreuen. Dann ist Aachen sehr entspannt und enspannend. Schön ist es auch, durch die Einkaufsstraßen zu schlendern und hier und da eine neue Geschäftstätigkeit zu durchstöbern, in der sich ein freundlicher Mensch Gedanken darüber macht, wie er anderen freundlichen Menschen im Tausch gegen ein bißchen Geld noch mehr Freude bereiten kann. In Aachen riecht es oft nach Schokolade, nach Printen, nach Heilwasser. Und wenn man ein paar Meter vor die Stadtgrenzen geht, riecht es rasch nach grünen Wiesen, nach Wald oder auch danach, wenn sich eine Milchkuh Pipi in die Hose gemacht hat. Landidylle direkt vor einer kleinen Großstadt. Wie schön!

    Im Dezember riecht Aachen jedoch nach Seniorengymnastik und englischen Teenagern. Und hektisch ist es auch. Nein. Es macht mich hektisch. Super RTL würde vor den imaginären Filmbereicht trailern „Schlürfen, schlendern, schwafeln – Vorweihnachtsterror im Dreiländereck“. Warum es anders ist in der Vorweihnachtszeit? Weil Aachen zwei seiner schönsten Plätze vor Weihnachten mit uniformierten Holzverschlägen möbliert, in denen eingemummelte Menschen Zeugs verkaufen. Alternativ auch Kram, Mumpitz und – wie der Aachener sagen würde – Stellimweeech. Mit langem eeeeeeee. Zwischendrin gibt es auch Holzbuden mit warmem, schäumendem Rotwein und Angebote von Wurst und süßem Naschwerk.

    All das – und die schöne Stadt drumrum – ist der Grund, warum jährlich zur Vorweihnachtszeit busseweise Menschen aus ganz Mitteleuropa nach Aachen gefahren werden. Menschen im Vorweihnachtsmodus. Nicht besonders gut gelaunt schauend. Nicht besonders motiviert wirkend. Nicht besonders rücksichtvoll denen gegenüber, die nicht grade den ganzen Dezember rumbummeln und sich auf Weihnachtsmärkten herumtreiben können.

  • Apfel im Schlafrock

    Wer ein Apple Notebook hat, wird – so glaube ich ganz fest – sich früher oder später eine passende Tasche zulegen wollen. Warum? Weil er oder sie eine Tasche sucht, die dem zarten Gerät sowohl aus einem Sicherungs- als auch aus einem Designaspekt gerecht wird.

    Ich persönlich dachte, dass irgendein leidenschaftlicher Designer, der zunftgemäß Apple-Fan ist, sich des Jobs annimmt und früher oder später die perfekte Mac-Tasche baut. In meinem Fall: die perfekte Macbook-Tasche. Nun, zugegeben, die perfekte MacBook-Tasche ist schnell gebaut, weil das Macbook sehr gefällige Formen hat, die sich rasch in robustes Material kleiden lassen. Aber typischerweise geht man nicht nur mit dem Macbook aus dem Haus. Da ist oft die MightyMouse dabei, das Netzteil, die Apple Remote und auch – besonders wenn man eine Präsentation auf einem Beamer zeigen will – noch ein Grafikadapter von MiniDVI auf XYZ.

    Für die verschiedenen Einsatzbereiche (solo: nur MacBook oder full: MacBook + Netzteil + Remote) empfehle ich unterschiedliche Taschen:

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    Tucano Neopren Sleeve „Second Skin“:
     Wer es günstig und weich mag, ist das eine ausreichende Hülle für das MacBook, aber auch nicht viel mehr.


    iSaver iShell
    : Für Rucksacktouristen, die den Mac schnell mal aus dem Rucksack rein- und rausschieben wollen. Trotz der recht voluminösen Maße kein Platz für Netzteil oder Mouse.


    Tucano WorkOut
    : Fairer Kompromiss. Sowohl schlank, als auch geräumig. Passt in den Rucksack, aber es passen auch Netzteil, MightyMouse, Stifte, Visitenkarten und weiteres Zubehör hinein. Negativ: trotz vieler Fächer fragt man sich, wo die AppleRemote hingehört. Positiv: Dank kleinem seitlichen Schlitz kann man das MacBook auch in der Tasche laden. Das MacSaver-Netzteil kann man durch eine praktische Gummilasche andocken.

    Fazit: Das Tucano WorkOut ist derzeit für mich das beste, aber immer noch nicht perfekte Zubehör.

  • Postkarten waren früher

    Früher schrieb man Postkarten aus dem Urlaub. Je exotischer das Reiseziel, desto eher war man als Verreisender vor seinen eigenen Postkarten wieder im Heimatland. In den Postkarten stand dann meist wenig mehr als „Viele Grüße aus…“ und „Essen gut, Wetter super“ und so weiter.

    Heute geht das auch anders: Grade erreichte mich eine SMS aus Marokko.  „Sitzen hier N31*37.521` W07*59.94` und trinken Kaffee Cassé. Marrakesch ist unglaublich! Gruß Natalie & Thomas.“

    Und schwups. Koordinaten in GoogleMaps eingegeben, Marrakesch-Fotos bei flickr angeschaut, Wikipedia Frankreich gefragt, was Kaffee Cassé ist, die mir unverständliche Antwort mit Babelfish übersetzt und rasch noch einen Gruß ins Gästebuch von Natalie und Thomas eingetragen.

    Ich fühle mich grade arg modern. 😉

  • Gut gegen Nordwind

    Am Dienstag war ich im Ludwig-Forum bei einer Lesung von Daniel Glattauer, den ich bis dato gar nicht kannte. Autor. Österreicher. Und zudem jemand mit meinem Hemdengeschmack. Also nicht so Bürokonsenshemden, sondern die Hemden, wo jeder drauf sagt „Ach, ich erinnere mich: so eine Tapete hatte meine Oma auch mal.“ Er las aus seinem Buch „Gut gegen Nordwind“. Genaugenommen las er nur die Hälfte, weil er in verteilten Rollen las. Er den Mann. Sie die Frau. Sie war jedoch nicht körperlich, sondern nur in Form eines MP3-Players anwesend, den er an und ausschaltete und sich seine Sprechpausen mit den Playerpausen abwechselten.

    Das Buch besteht aus einem E-Mail-Dialog. Von vorne bis hinten nichts als E-Mails zwischen zwei Menschen, die aus Versehen aneinander geraten, sich spielerisch füreinander interessieren beginnen und sich verlieben, ohne sich zu kennen. Einen E-Mail-Dialog zu lesen klingt zwar zunächst langweilig. Das ist es jedoch ganz und gar nicht. Das Buch macht großen Spaß, fesselt und man ist auf jede nächste E-Mail gespannt. Zudem ist es ein Buch, an dem klar wird, dass E-Mails nicht unromantisch sein müssen. Glattauer sagte nach der Lesung auf eine Frage, dass wirkliche Romantik doch aus dem ehrlichen und tiefgehenden Interesse zweier Menschen füreinander entstünde und aus nichts sonst. Ein E-Mail-Dialog, der zeigt, wie sehr man im Kopf beeinander ist, wäre doch viel romantischer als ein angetrunkener Diskobesuch, bei dem man sich mit der Nächstbesten über das Wetter unterhält. Eine schöne Sichtweise.

    Kurzum: es hat mir sehr gut gefallen. Noch schöner war der Abend, weil Stephie endlich wieder aus dem Ausland zurück ist und mich begleitete. Nein falsch: ich begleitete sie, denn sie hatte die großartige Idee für diesen Abend. Danke dafür!

  • Schöner Tag

    Heute war eigentlich ein durchweg schöner Tag. Das muss ab und zu nicht nur gedacht, sondern auch geschrieben werden.

    Eine der ersten Freuden war ein Schild an der Bäckerei, die mir als Lieferant meines Frühstücks diente. Dieses Schild war eine Suchanzeige nach einer Putzfrau. Aber auf diesem Schild war nicht von Raumpflegerin, Cleaning Assistance oder anderen schmückenden Wörtern die Rede. „Reinemachefrau gesucht.“ Wie schön die deutsche Sprache doch sein kann.

    Zwei der anderen guten Momente war ein längerer E-Mail-Verkehr mit einer jungen Dame, die als zweiten Namen „Power“ verdient hätte und die mir stets schöne Laune bereitet. Ihr Motto: „Das Leben ist schön.“ Das kann man sich jeden Tag nach dem Aufstehen sagen und auch mal zwischendurch, wenn es einen kleinen Rückschlag gibt.

    Außerdem führte ich ein längeres Telefon mit einem mir dahin noch unbekannten Menschen aus Wetter an der Ruhr. Anregend, produktiv, ausgeglichen, ganzheitlich war es. Sein Sinnspruch:

    Bringt mich das, was ich jetzt gerade tue wirklich meinen Zielen näher?

    Vielleicht nicht ganz neu, dennoch ein guter Satz. Zumindest für mich aktuell.