Autor: joergalbrecht

  • Schutzstreifen Bismarckstraße

    Gestern riss ich es an, nach meiner heutigen Erfahrung auf dem Radschutzstreifen in Eilendorf habe ich es nochmal auf dem Bildschirm nachgemessen und die Maße in die Originalzeichnung „Variante 1“ der Stadt Aachen übertragen. Zwei Autos plus zwei Fahrräder funktionieren nicht.

    Sind in beiden Richtungen Radfahrer unterwegs, ergibt sich in einem sehr günstigen Fall nur eine Lücke von 2.45 m. Viele moderne Autos sind inkl. Spiegeln über 2 m breit. Rechnerisch keine Chance, hier regelkonform aneinander vorbeizukommen. Meine Befürchtung dabei ist, dass die permanente Unterschreitung der Sicherheitsabstände und somit die potentielle Gefährdung von Radfahrern von den Autofahrern in der Bismarckstraße hingenommen wird.

    Mit eingezeichneten Sicherheitsabständen
    Die neu geplante Bismarckstraße mit eingezeichneten Sicherheitsabständen.

    Und zum Thema Arrogance of Space bzw. Flächen-Gerechtigkeits-Report, hier mal eine kurze Betrachtung der Maße für den kurzen Abschnitt:

    Gesamtbreite: 15m (=100%)
    Für Autos geplante Breite: 7,5m (50%)
    Für Radfahrer geplante Breite: 3m (20%)
    Für Fußgänger geplante Breite: 4,50m (30%)

    Das ist übrigens eine überraschend ausgewogene Flächenverteilung!

  • Fußgänger- und fahrradfreundliches Aachen?

    Aachen freut sich erneut zusammen mit anderen Kommunen „fußgänger- und fahrradfreundlich“ zu sein. Auf den ersten Blick ist das bestimmt lobenswert.

    Ist man in Aachen jedoch Fußgänger und Radfahrer und liest den Beitrag des ADFC von Norbert Rath, macht man wirklich dicke Backen.

    Das Fazit des Beitrags fällt entsprechend aus:

    Das Städte nicht von heute auf morgen zu fußgänger- und fahrradfreundlichen Gebieten umgebaut werden können, ist jedem klar. Aber wenigsten bei Neubauvorhaben sollten die Anforderungen von Fußgängern und Radfahrern auf dem Niveau der aktuellen technischen Regelwerke, welche den Stand der Technik wiederspiegeln, umgesetzt werden.

    Ich bin ganz dieser Meinung und schüttele bei manchen Neubauprojekten arg mit dem Kopf. Oft erinnere ich mich dann an „Arrogance of Space“ von Copenhagenize. Aachens Platzverteilung ist in der Regel immer noch absolut auto-dominiert und vermeindlich fahrradfreundliche Installationen wie ARAS oder Radschutzstreifen sind auch bei kompletten Straßensanierungen nicht durchdacht. So wird zum Beispiel bei der Sanierung der Bismarckstraße zwar erfreulicherweise beidseitig ein Radschutzstreifen markiert, wenn man sich die Bemaßungen und erforderlichen Sicherheitsabstände ansieht, fällt jedoch auf, dass die Planung theoretisch okay, praktisch jedoch nicht funktional ist.

    Lebendiges-Aachen.de schreibt „Die Fahrbahn für den Autoverkehr ist fünf Meter breit, damit können Pkw aneinander vorbeifahren, ohne auf den Schutzstreifen auszuweichen.“ Dies stimmt soweit, suggeriert jedoch, dass die Radschutzstreifen dann auch gleichzeitig von Radfahrern benutzt werden könnte. Die Wahrheit ist jedoch rein rechnerisch eine andere: befinden sich auf beiden Radschutzstreifen Radfahrer in der neugebauten Bismarckstraße, so kann unter Berücksichtigung der Sicherheitsabstände für Radfahrer nicht mal guten Gewissens mehr ein Auto dazwischen fahren, geschweige denn zwei. In diesem Fall hätten die Autos also faktisch Überholverbot. Ich kenne die Situation aus dem Alltag: Sicherheitsabstände werden – wenn es das Layout der Straße nicht hergibt, wie in diesem Fall – nur sehr selten eingehalten. Überholt wird dann trotzdem. Und zwar mit teilweise unfassbar geringen Abständen. Diese „Gefährdung by Design“ hat dabei oftmals nur einen Grund: den allgemeinen Parkdruck. Wenn jedoch die Auto-Parkfreundlichkeit über die Sicherheit von Radfahrern gestellt wird, so ist für mich Aachen noch ein gutes Stück davon entfernt, wirklich fahrradfreundlich zu sein.

    Update 5. Januar 2015:
    Mein Beitrag ist noch keine 24 Stunden alt, da flattert mir ein Artikel von Urbanist auf den Bildschirm, in dem in einem Interview von der Berliner Polizeiarbeit hinsichtlich des Radverkehrs hingewiesen wird. Darin sagt C. Burkhardt:

    Sie werden eine solche Situation des knappen Überholens nicht zu hundert Prozent vermeiden können. […] Aus der Praxis heraus kann ich jedoch nur raten, jetzt mal die rechtliche Betrachtungsweise beiseite lassend, in Situationen, in denen es eng wird, mal rechts ran zu fahren, anzuhalten oder die Fahrbahn zu verlassen. Denn es nutzt mir überhaupt nichts, wenn ich Recht habe, aber unter dem Auto liege.

    Die Polizei rät also dazu die Fahrbahn zu verlassen, obwohl es dort doch angeblich am sichersten wäre? Auf dem Gehweg ist das Fahren aber verboten und man muss schieben. Für mich ist das erneut ein Argument dafür, hinsichtlich des baulich getrennten Radwegs Kopenhagen als Vorbild zu nehmen.

  • Timeshift per USB-Stick an einem Samsung Fernseher

    Als Fernseher habe ich einen Samsung UE37ES6710S. Nun wollte ich endlich mal die eingebaute Aufnahme- und Timeshift-Funktion ausprobieren. Leider hat der Fernseher die Funktion mit verschiedenen USB-Sticks verweigert. (mehr …)

  • HooToo IP-Camera mit WLAN-Problem

    Warum ich meine IP-Cameras (HT IP-006 und HT IP-206) von HooToo mit der neusten Firmware ausgestattet habe, weiß ich gar nicht mehr so genau. Vermutlich einfach nur, um nach ein Paar Jahren auf die neue Software zu aktualisieren. Die Aktualisierung selbst war auch kein Problem, aber anschließend fanden die Cameras keine Drahtlosnetzwerke mehr. Der Zugriff per LAN-Kabel hingegen war kein Problem.

    Leider bietet HooToo keine alten Firmware-Versionen an. Downgraden war also nicht möglich. Online las ich dann, dass eine HooToo IP-206 baugleich mit einer Foscam FI8918 wäre. Foscam bietet im Download-Bereich zwei verschiedene Firmware-Versionen an. Version 11.37.2.59 fand ebenfalls keine WLAN-Netze, Version 11.22.2.51 jedoch direkt. Zusammen mit der WebUI-Version 2.4.10.5 funktioniert die Camera wieder tadellos.

    Der einzige Wehrmutstropfen: Der Download vom Foscam-Server ist unfassbar langsam…

    Warnung: Hardware flashen birgt immer das Risiko, dass es schief geht und die Hardware hinterher nicht mehr zu gebrauchen ist. Man sollte also die nötige Vorsicht walten lassen.

  • Betrugsindikator Artikelbild bei ebay-Kleinanzeigen

    Über Betrugsversuche bei ebay-Kleinanzeigen & Co. habe ich schonmal berichtet.

    Es ist schwierig, vorab jede betrügerische Kleinanzeige zu entlarven. Eine Methode, die ich gerne anwende, ist die Rückwärtssuche der Artikelbilder. Ein Artikelbild selbst weckt den Eindruck, dass es den Artikel wirklich gibt und er im gezeigten Zustand ist. Hier sind selbstgemachte Fotos auf jeden Fall besser als das Kopieren der Hochglanzfotos vom Hersteller.

    Eine Suche im Internet, ob das gleiche Bild noch anderswo verwendet wird, ist einfach und oft hilfreich. Ich benutze dazu meist Google Images oder Tineye. URL des Bildes reinkopieren, suchen lassen, fertig.

    Und wenn dann eine mehrere Jahre alte Bildquelle aus Mittelamerika, Osteuropa und sonstwo erscheint, die das gleiche Bild zeigt, kann man sich ziemlich darauf verlassen, dass der gewünschte Artikel nicht wenige Kilometer entfernt auf einen neuen Besitzer wartet.

    In dem Fall: Finger weg oder doppel und dreifach absichern.

  • Achtung Drittvariable: Verkehrsstatistik

    Ich beschäftige mich nun seit Längerem mit Unfallstatistiken. Insbesondere Radverkehrsunfälle interessieren mich als Radfahrer sehr. Auf die sehr unscharfe Unterscheidung in Leichtverletzte und Schwerverletzte bin ich ja schonmal eingegangen. Hier nochmal die Definition der Unfallkategorien mit Personenschaden laut Wikipedia:

    • UK 1: Unfall mit Getöteten. Als Getöteter gilt ein Verunglückter, der innerhalb von 30 Tagen nach einem Verkehrsunfall an den Unfallfolgen verstirbt.
    • UK 2: Unfall mit Schwerverletzten. Als Schwerverletzter gilt ein Verunglückter, bei dem durch die Unfalleinwirkung ein Krankenhausaufenthalt von mehr als 24 Stunden erforderlich war und der 30 Tage nach dem Unfall noch am Leben war.
    • UK 3: Unfall mit Leichtverletzten. Als Leichtverletzter gilt ein Verunglückter, bei dem durch die Unfalleinwirkung ärztliche Behandlung oder ein Krankenhausaufenthalt von unter 24 Stunden erforderlich war.

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  • Zeit für Glühwein mit Jamie Oliver

    Weil ich Interesse an Sous-Vide-Kochen hatte, mir ein reines Sous-Vide-Gerät aber nicht universell genug war, und Klassiker mit Temperatursteuerung, wie Vorwerks Thermomix zu teuer sind, habe ich mir vor einigen Monaten den „Philips Jamie Oliver HomeCooker“ angeschafft. Er ist nicht stufenlos einstellbar, kann aber in einer der wählbaren Stufen 70°C heizen und halten.

    Da Wasser bei 100°C und Alkohol bei 78°C verdunstet, ist das bloße Kochen von Glühwein nicht ganz so einfach und eine Herdplatte oft einfach zu heiß. Mit dem Home Cooker klappte das Erhitzen problemlos und bei 70°C ist der Glühwein angenehm heiß und schmeckt gut.

    So, Jamie, du kannst kommen. Bring ne Tasse mit!

    Temperaturgeführtes Glühweinkochen. #weilesgeht #sousvidedeskleinenmannes

    Ein von Jörg Albrecht (@jrglbrcht) gepostetes Foto am

     

  • Radverkehrsanteil Aachen

    Nach der Critical Mass am Freitagabend kam ich mit einem ADFC-Mitglied ins Gespräch. Der Herr gab mir Feedback zu meinem Blogbeitrag über meine Meinung zu Unfallstatistiken und Radschutzstreifen, was mich sehr freute. In manchen Punkten gab er mir Recht, in anderen wiederum nicht. (mehr …)

  • Zeit für Interviews

    Am Freitag erschien mein kurzes Vorstellungsinterview für meine Rolle als Sponsor des Non-Profit Camps, das Ende Januar in Aachen stattfinden wird.

    Ebenfalls am Freitag hatte ich einen Interviewtermin mit Bernd Born, Redakteur des Aachener Online-Magazins NA!? mit dem Schwerpunktthema Google Maps Business View.  Dieses Interview wird vermutlich noch im Dezember 2014 veröffentlicht.

    Update:
    Das NA!?-Interview über Albrecht Medien und Google Maps Business View ist seit heute online.

  • Langzeitfolgen von Schutzstreifen für den Radverkehrsanteil?

    In einem anderen Blogpost habe ich meine persönlich Meinung zum Thema „Baulich getrennte Radwege vs. Radschutzstreifen“ niedergeschrieben. Das Interessante dabei ist, dass viele radaktive Menschen vor dem Lesen meines Beitrags von der vorliegenden Unfallstatistik felsenfest überzeugt waren und gebetsmühlenartig eben diese Meinung wiedergaben. Nach dem Lesen hörte ich dann jedoch häufig ein „das klingt nachvollziehbar“, worüber ich mich sehr freue. (mehr …)