Google Street View | Trusted per „nctech iris360“

Überraschend hat Google angekündigt, das Programm „Google Maps | Business View“ in „Google StreetView | Trusted“ umzubenennen. Mit dieser Änderung, die in der nächsten Zeit aktiv werden soll, werden auch ein paar inhaltliche Änderungen aktiv.

Eine dieser Änderungen ist die Zulassung von 360°-Kameras für Trusted Photographer. Eine dieser Cameras ist die nctech iris360. Diese Camera kann mit vier eingebauten Objektiven „in einem Rutsch“ ein komplettes Panorama aufnehmen. Im Pre-Order kostet die Camera 1.999 $ bzw. 1.799 €.

Diese Camera vereinfacht das Fotografieren und Zusammenfügen („Stitching“) der Einzelbilder zu einem Kugelpanorama. Was jedoch verwundert: sowohl die Auflösung, als auch der Blickwinkel sind nicht besser bzw. eher schlechter als bei den bisher zugelassenen Techniken.

Auflösung
Ich erzeuge mit meiner Canon-Camera, einem 8mm-Sigma-Objektiv und PTgui ein Panorama mit 10608×5304=56 Megapixeln (Beispiel-Panorama auf dem Jungfraujoch in der Schweiz).
Die iris360 erzeugt laut Herstellerhomepage ein Panorama mit nur 8000×4000=32 Megapixeln. – Das ist eine signifikant schlechtere Auflösung. Zusätzlich scheint das Modell von nctech ein kleines Problem beim Zusammenrechnen der HDR-Informationen zu haben. Helle Bereiche haben auf vielen Beispielbildern überhaupt keine Zeichung mehr.

IMG_9988-Panorama2b
Abdeckung

Abseits der bloßen Pixelzahlen überrascht mich jedoch die Abdeckung der Aufnahmen. Ein echtes Kugelpanorama deckt 360°x180°ab. Mit dem verwendeten (vorgeschriebenen) Panoramakopf und meiner Ausrüstung erhalte ich einen „toten Bereich“ am unteren Bildrand (in obiger Abbildung komplett schwarz). Diesen Bereich kann man mit zusätzlichen Fotos füllen oder mit Photoshop ein wenig tricksen, wenn der Untergrund relativ homogen ist. Google selbst blurrt diesen Bereich im Nadir in der Regel so gut, dass man im fertigen Business View Panorama am Boden nur eine mehrfarbige Fläche sieht.

Die iris360 hat einen etwas 3x so großen „toten Bereich“ im Nadir, den man in der obigen Überlagerung am mittelgrauen Bereich erkennen kann. Offenbar füllt die eingebaute Software diese schwarze Fläche mit einem virtuellen Kugelspiegel, der Blick auf den Boden ist aber damit nicht so weit möglich, wie mit herkömmlicher Technik. Verwundernswert ist dieses Manko auch deshalb, weil 360°-Cameras im Einsteigerbereich (z.B. Ricoh Theta) zwar eine geringere Auflösung, aber einen größeren Aufnahmebereich ermöglichen.

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